Wird Gluten über die Muttermilch übertragen?

Die Frage, ob Gluten über die Muttermilch auf das Baby übergeht, beschäftigt viele stillende Mütter – besonders, wenn bereits ein erhöhtes Risiko für Zöliakie in der Familie besteht. Die gute Nachricht: Ja, es können kleinste Mengen Gluten in die Muttermilch gelangen, wenn die Mutter glutenhaltige Nahrung zu sich nimmt. Doch laut Experten der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) besteht keine Gefahr, dass diese Spuren die Zöliakie beim Säugling auslösen.

Studien zeigen, dass die Konzentration von Gluten in der Muttermilch äußerst gering ist – oft nur im Nanogramm-Bereich. Solche Mengen reichen bei weitem nicht aus, um bei einem empfindlichen Säugling eine Autoimmunreaktion zu verursachen. Selbst bei Babys mit genetischer Veranlagung für Zöliakie ist bislang kein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gluten durch die Mutter und der späteren Erkrankung nachweisbar.

Die Empfehlung bleibt daher klar: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung der Mutter während der Stillzeit ist entscheidend – und das schließt in der Regel auch glutenhaltige Lebensmittel ein. Eine strikte glutenfreie Ernährung ist nur dann notwendig, wenn die Mutter selbst von Zöliakie betroffen ist. Ansonsten gibt es keinen Grund zur Sorge.

Das erste Lebensjahr bleibt trotzdem ein wichtiger Zeitraum, um die Einführung von Gluten im Beikostalter zu beobachten. Aber auch hier zeigen aktuelle Erkenntnisse: Weder das späte noch das frühe Einführen von Gluten verhindert zuverlässig eine Zöliakie – genetische und umweltbedingte Faktoren spielen hier eine größere Rolle.

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