Wird Schimmel durch Erhitzen unschädlich?

Wer schon einmal einen grünen oder schwarzen Fleck auf Brot, Käse oder Obst entdeckt hat, fragt sich oft: Kann man das einfach abkratzen oder reicht es aus, das Lebensmittel zu erhitzen? Die klare Antwort: Nein. Schimmelpilze bilden mikroskopisch kleine Fäden, die tief ins Innere des Produkts eindringen – was wir sehen, ist nur die sichtbare Spitze des Pilzes.

Einige glauben, dass Kochen oder Erhitzen Schimmel abtötet und das Lebensmittel wieder sicher macht. Doch das stimmt nicht. Die echte Gefahr steckt in den Mykotoxinen – giftigen Stoffwechselprodukten, die der Schimmel abgibt. Diese Substanzen sind hitzestabil und überleben auch hohes Erhitzen, Backen oder Braten. Das bedeutet: Selbst bei 100 °C oder mehr bleiben sie bestehen und können gesundheitsschädlich sein.

Insbesondere weiche Lebensmittel wie Joghurt, Marmelade, Brot oder Obst sollten bei Schimmelbildung sofort entsorgt werden. Bei härteren Produkten wie Hartkäse oder Wurzelgemüse darf man gegebenenfalls ein großes Stück rund um die Stelle herausschneiden – aber nur, wenn man sich absolut sicher ist, dass der Schimmel nicht tiefer reicht.

Am besten ist es, Schimmel gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu gehören kühle, trockene Lagerbedingungen und eine regelmäßige Kontrolle der Vorräte. Vorarlberg warnt daher zu Recht: Wer auf Nummer sicher gehen will, wirft verschimmelte Lebensmittel besser gleich weg – auch wenn’s weh tut.

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