Wo ist der Frühling?

Der Frühling kommt nicht einfach von heute auf morgen – er zieht langsam, wie ein stiller Wanderer, durch Europa. Es beginnt im Südwesten Portugals, wo die ersten Anzeichen des Frühlings bereits Ende Februar spürbar sind. Hier blühen dann die ersten Mandelbäume, die Luft wird milder, und der Himmel zeigt sich öfter in strahlendem Blau.

Von dort aus wandert die warme Jahreszeit nach Nordosten. Mitte April erreicht sie Deutschland – genauer gesagt die Oberrheinische Tiefebene, etwa um den 20. April herum. Dort schlägt die Natur so richtig aus: Knospen platzen, Kirschbäume blühen, und die ersten Insekten schwirren wieder durch die Gärten.

Weiter Richtung Norden und Osten geht es zügig voran. Über die norddeutsche Tiefebene hinweg schreitet der Frühling voran, bis er schließlich Ende Mai auch Finnland erreicht. Dort dauert es länger, bis der Winter richtig weicht – doch dann entfaltet sich die Natur umso üppiger.

Interessant ist, dass dieser Frühlingszug nicht nur vom Kalender abhängt, sondern von der Boden- und Lufttemperatur, vom Sonnenstand und der Vegetation. Deshalb sprechen Botaniker auch vom „floristischen Frühjahr“ – also dem Moment, ab dem bestimmte Pflanzen zuverlässig blühen.

Der Frühling ist also kein Ereignis an einem einzigen Tag, sondern ein sanfter, fast unmerklicher Übergang – eine Reise, die von der Sonne angetrieben wird und die jedes Jahr aufs Neue Millionen von Menschen hoffnungsvoll nach draußen lockt.

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