Wie fühlt es sich an zu dissoziieren? Einblicke in eine Schutzfunktion der Psyche
Der Begriff Dissoziation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „trennen“ oder „auflösen“.
Während manche Formen der Dissoziation völlig alltäglich sind – etwa wenn man in ein Buch vertieft ist und die Zeit um sich herum vergisst –, können intensivere dissoziative Zustände für Betroffene sehr verwirrend oder beängstigend sein.
Die zwei Hauptgesichter der Entfremdung
Wenn Menschen von intensiven dissoziativen Erlebnissen berichten, beschreiben sie oft Phänomene, die sich in zwei Hauptkategorien unterteilen lassen: die Depersonalisation und die Derealisation.
Depersonalisation (Die Entfremdung von sich selbst):
Betroffene haben das Gefühl, nicht mehr richtig in ihrem eigenen Körper zu wohnen. Manchmal wird berichtet, dass die eigenen Hände oder Beine fremd erscheinen oder sich taub anfühlen. Es kann sich so anfühlen, als würde man wie ein Zuschauer im Kino das eigene Leben beobachten, anstatt aktiv darin zu agieren. Auch die eigene Stimme klingt bisweilen dumpf oder weit entfernt. Derealisation (Die Entfremdung von der Umwelt):
Hierbei erscheint die Aussenwelt plötzlich unwirklich, fremd oder wie durch eine dicke Glasscheibe oder einen grauen Nebel abgetrennt. Vertraute Orte, Freunde oder Familienmitglieder wirken auf einmal so, als ob man sie zum ersten Mal sieht oder als wären sie Teil einer Filmkulisse. Farben können blasser wirken oder Geräusche gedämpft ankommen.
Wichtiger Hinweis: Diese Schutzreaktionen des Körpers sind oft der Versuch der Psyche, in extremen Momenten handlungsfähig zu bleiben oder schmerzhafte Eindrücke vorübergehend zu distanzieren.
Dennoch hinterlassen sie bei den Betroffenen häufig ein Gefühl der Hilflosigkeit, da die gewohnte Verbindung zur Realität vorübergehend abbricht.
Fühlst du dich manchmal so, als wärst du nicht ganz da, oder möchtest du mehr darüber erfahren, wie man solche Momente im Alltag sanft abfangen kann?
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