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Wer sich die Frage stellt, wie schnell man das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt, befindet sich meist in einer emotionalen Ausnahmesituation, in der jede Minute zählt. Ehrlich gesagt gibt es hier keine pauschale Stoppuhr, die man einfach drücken kann, denn das deutsche Familienrecht ist kein Sprint, sondern ein oft zäher Hindernislauf durch Paragrafen und Gutachten. In extremen Eilfällen kann eine Entscheidung innerhalb von 24 bis 48 Stunden durch eine einstweilige Anordnung fallen, während reguläre Verfahren sich locker über sechs bis zwölf Monate hinziehen können. Es kommt schlichtweg darauf an, ob Gefahr im Verzug ist oder ob sich zwei Elternteile lediglich nicht über den Wohnort des Kindes einig werden können.
Was genau hinter dem Begriff steckt und wo es hakt
Die Abgrenzung zum allgemeinen Sorgerecht
Zuerst einmal müssen wir mit einem weit verbreiteten Irrtum aufräumen, der in vielen Köpfen herumspukt. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist kein Synonym für das gesamte Sorgerecht, sondern lediglich ein Teilbereich davon. Während das Sorgerecht auch Dinge wie die schulische Ausbildung, die Religionszugehörigkeit oder medizinische Eingriffe umfasst, regelt das Aufenthaltsbestimmungsrecht ganz konkret die Frage: Wo schlägt das Kind seine Zelte auf? Wenn die Eltern gemeinsam sorgeberechtigt sind, müssen sie diesen Ort im Konsens festlegen. Das Problem ist jedoch, dass nach einer Trennung oft einer der Beteiligten Fakten schaffen will, indem er den Nachwuchs einfach mitnimmt. In diesem Moment wird aus einer juristischen Definition ein handfester Konflikt, der die Gerichte beschäftigt.
Die Rolle des Familiengerichts als Schiedsrichter
Das Gericht springt erst dann ein, wenn die Kommunikation zwischen den Eltern komplett vor die Hunde gegangen ist. Von Amts wegen wird hier nichts entschieden, solange kein Antrag vorliegt. Wer also wissen will, wie schnell es geht, muss verstehen, dass die Mühlen der Justiz erst mahlen, wenn jemand den Startknopf drückt. Das Gericht prüft dabei nicht, wer der bessere Mensch ist, sondern orientiert sich strikt am Kindeswohl. Hier liegt oft der Hase im Pfeffer begraben, denn was Vater oder Mutter für richtig halten, deckt sich nicht zwangsläufig mit der Einschätzung des Richters. Das Verfahren ist darauf ausgelegt, eine dauerhafte und stabile Lösung zu finden, was Schnelligkeit oft zum natürlichen Feind der Gründlichkeit macht.
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