Angst vor dem Erbrechen: Wenn die Furcht übermächtig wird
Die Vorstellung, sich übergeben zu müssen – besonders in der Öffentlichkeit –, löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. Doch für einige wird diese Sorge zur lähmenden Angst. Der medizinische Begriff dafür lautet Emetophobie, eine spezifische Phobie, bei der die Angst vor Erbrechen im Mittelpunkt steht. Betroffene fürchten nicht nur, sich selbst zu übergeben, sondern auch, Zeuge zu sein, wenn andere erbrechen.
Die Dresden Mental Health Study schätzt, dass etwa eine von tausend Personen unter dieser Phobie leidet – eine scheinbar kleine Zahl, doch für die Betroffenen kann die Belastung immens sein. Manche vermeiden bestimmte Lebensmittel, essen nur noch kleine Portionen oder ziehen sich sozial zurück, um möglichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Andere entwickeln Zwangsroutinen, etwa ständiges Kontrollieren von Verfallsdaten oder das Meiden von Reisen, Restaurants oder öffentlichen Veranstaltungen.
Die Ursachen sind vielfältig: Oft reicht ein traumatisches Erlebnis aus der Kindheit – etwa eine heftige Magenverstimmung in der Schule – aus, um die Angst langfristig zu prägen. Manchmal entsteht die Emetophobie aber auch schleichend, durch übermäßige Besorgnis um die eigene Gesundheit.
Die gute Nachricht: Hilfe gibt es. Kognitive Verhaltenstherapie hat sich als besonders wirksam erwiesen. Dabei lernen Betroffene, ihre Gedankenmuster zu hinterfragen und angstauslösende Situationen schrittweise wieder zu meistern. Oft reicht schon das Wissen, dass sie nicht allein sind, um den ersten Schritt in Richtung Besserung zu wagen.
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