Hat ein Oktopus wirklich 9 Gehirne?

Die Vorstellung, dass ein Oktopus neun Gehirne hat, klingt fast zu fantastisch, um wahr zu sein. Doch hinter dieser Aussage steckt mehr Wahrheit, als man denkt. Tatsächlich verfügt der achtarmige Tintenfisch über ein zentrales Gehirn, das für komplexe Denkleistungen zuständig ist – wie etwa Problemlösen oder Lernen. Doch jedes seiner acht Arme besitzt zusätzlich ein eigenes Nervenzentrum, auch „Gehirn“ genannt, das für die lokale Steuerung zuständig ist.

Diese spezielle Verteilung der Nervenzellen ermöglicht es dem Oktopus, seine Arme fast vollständig unabhängig voneinander zu bewegen. Ein Arm kann beispielsweise nach Nahrung tasten, während ein anderer sich verteidigt – alles, ohne dass das zentrale Gehirn jeden einzelnen Impuls steuern muss. So kann man salopp sagen: Neun Gehirne, aber nicht im menschlichen Sinne.

Interessant ist auch, dass Oktopoden drei Herzen besitzen – eine Anpassung an das Leben im Wasser. Zwei Herzen pumpen Blut zu den Kiemen, das dritte versorgt den Körper mit sauerstoffreichem Blut. Besonders faszinierend: Zwei dieser Herzen hören auf zu schlagen, sobald der Oktopus schwimmt.

Im Zoo Basel etwa kann man diese charmanten Meeresbewohner beobachten und staunen, wie geschickt sie mit ihrer Umwelt interagieren. Ob Rätselknacken, Verstecken oder geschicktes Greifen – ihr Verhalten zeugt von erstaunlicher Intelligenz. Ein Oktopus mag zwar nicht neun klassische Gehirne im menschlichen Stil haben, doch sein Nervensystem ist ein Meisterwerk der Evolution.

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