EMDR bei komplexer PTBS: Eine wirksame Hilfe mit besonderen Nuancen

Ja, EMDR kann bei komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (C-PTSD) sehr hilfreich sein. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Desensibilisierung und Aufarbeitung durch Augenbewegungen – kurz EMDR – eine effektive Methode ist, um belastende Erinnerungen zu verarbeiten und die Lebensqualität Betroffener deutlich zu verbessern. Doch im Gegensatz zur Behandlung einer einfachen PTBS, die oft auf ein einzelnes traumatisches Ereignis zurückgeht, erfordert C-PTSD eine angepasste, sensiblere Herangehensweise.

C-PTSD entsteht meist durch wiederholte oder lang andauernde Traumatisierungen, besonders in der Kindheit – zum Beispiel durch Vernachlässigung, Missbrauch oder emotionale Ablehnung. Die Auswirkungen reichen tiefer als bei einer Einzeltraumatisierung und betreffen häufig das Selbstwertgefühl, die Beziehungsfähigkeit und die emotionale Regulierung. Deshalb kann eine Standard-EMDR-Behandlung allein oft nicht ausreichen.

Therapeutinnen und Therapeuten passen die Methode daher an: Der Fokus liegt zunächst stärker auf Stabilisierung, Sicherheit und dem Aufbau von Ressourcen. Erst wenn der Betroffene stabil genug ist, wird behutsam mit der Aufarbeitung der Traumata begonnen. Die Augenbewegungen während der Sitzungen helfen dabei, verfestigte Erinnerungen neu zu verarbeiten und ihre belastende Wirkung zu verringern.

Obwohl EMDR ursprünglich für einfachere Traumafälle entwickelt wurde, hat sich gezeigt, dass es auch bei komplexen Formen gut wirkt – wenn es sorgfältig und schrittweise angewandt wird. Viele Menschen mit C-PTSD berichten nach einer solchen Therapie von mehr innerer Ruhe, klarerem Denken und einer tieferen Verbindung zu sich selbst und anderen.

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