„Gildet“ oder „gilt“ – was ist richtig?
Wenn man manchmal Wörter wie „gildet“ hört, besonders im Munde kleiner Kinder, fragt man sich: Ist das eigentlich richtig? Die Antwort lautet: Nein – zumindest nicht in der Standardsprache. „Gildet“ ist eine umgangssprachliche oder kindliche Abwandlung des Verbs gelten, das im Präsens eigentlich „gilt“ heißt.
Das Verb „gelten“ wird regelmäßig flektiert: Ich gilt – du gilt – er/sie/es gilt. Die Form „gildet“ folgt einer phonetischen Vereinfachung, die vor allem bei Kindern oder in bestimmten Dialekten vorkommt. Ähnlich wie „isch“ statt „ich“ oder „Tüte“ statt „Tomate“ passt „gildet“ in die Welt der alltäglichen Aussprachevarianten – aber nicht in die Schriftsprache.
Warum entsteht dieser Fehler eigentlich? Oft liegt es an der Lautähnlichkeit: Das „l“ und das „i“ in „gilt“ werden von manchen Sprechern so schnell ausgeführt, dass es an „gildet“ erinnert. Kinder, die noch dabei sind, die Sprache zu erlernen, bilden dann analog zu Verben wie „findet“ oder „winkt“ die Form „gildet“ – logisch nachgeahmt, aber grammatikalisch falsch.
Im Erwachsenenalltag oder in schriftlichen Texten sollte man daher stets „gilt“ verwenden. „Gildet“ mag charmant klingen, bleibt aber ein sprachlicher Ausreißer, der in Dialekten oder kindlicher Rede seinen Platz hat – nicht aber in der korrekten deutschen Grammatik.
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