Was bedeutet „Graduate“ – und ist das ein Master?

Im deutschen Hochschulsystem ist der Begriff „Master“ längst etabliert. Doch wenn man im internationalen Kontext liest oder sich auf englischsprachigen Webseiten umsieht, stößt man oft auf den Ausdruck „Graduate“. Was genau verbirgt sich dahinter – und ist „Graduate“ dasselbe wie ein Master?

„Graduate“ bezeichnet im Allgemeinen ein Studium, das auf einen bereits abgeschlossenen ersten Hochschulabschluss folgt. In Deutschland wäre das typischerweise der Bachelor. Wer also einen Bachelor gemacht hat und danach weiterstudiert, wechselt in die sogenannten „graduate studies“ – also weiterführende, postgraduale Studiengänge.

Ja, der Master ist in diesem Sinne ein „Graduate“-Abschluss. Tatsächlich sind alle Master-Studiengänge sogenannte „postgraduierte“ Programme. Der Begriff „Graduate“ ist also kein eigener Abschluss, sondern eine Kategorie: Er umfasst Master- und auch Doktorandenprogramme, vor allem in den USA und Großbritannien.

Interessant ist, dass es in Deutschland neben dem klassischen Master auch sogenannte „Graduate Schools“ gibt – vor allem im Bereich der Promotion. Diese bieten strukturierte Doktorandenprogramme an und zielen auf eine wissenschaftliche Karriere ab. Auch hier wird der englische Begriff verwendet, um internationale Standards und Vernetzung zu signalisieren.

Zusammenfassend: Ein Master ist immer ein Graduate-Studium, aber nicht jedes Graduate-Programm ist automatisch ein Master. Die Begriffe stammen aus unterschiedlichen Sprachräumen, beschreiben aber im Kern ähnliche Bildungswege. Wer sich für ein fortgeschrittenes Studium entscheidet, bewegt sich – egal ob in Berlin, Boston oder Birmingham – im Bereich der „Graduate Education“.

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