Das Wort „möglich“ – mehr als nur ein Adjektiv?

Ja, möglich ist ein Adjektiv – aber seine Geschichte steckt voller Überraschungen. Heute verwenden wir es, um auszudrücken, dass etwas ausführbar, erreichbar oder zumindest denkbar ist. Ein Satz wie „Ist das möglich?“ fragt nach der Realisierbarkeit, nach Grenzen dessen, was wir für real halten.

Doch der Ursprung des Wortes reicht tief in die Geschichte der deutschen Sprache hinein. Das Adjektiv „möglich“ leitet sich von dem altdeutschen Verb mögen ab – nicht im heutigen Sinn von „gern haben“, sondern in der ursprünglichen Bedeutung von „können“ oder „vermögen“. Damit steht „möglich“ ursprünglich für „etwas, das man vermag“ oder „etwas, das man tun kann“.

Interessant ist, dass sich die Bedeutung von „mögen“ im Laufe der mittelhochdeutschen Zeit wandelte. Aus dem alten „können“ wurde zunehmend das „gern wollen“. Dadurch verlor „mögen“ seine ursprüngliche Kraft als Ausdruck von Fähigkeit – und das Adjektiv „möglich“ blieb als letztes Zeugnis dieser alten Bedeutung zurück. So ist „möglich“ nicht nur ein Wort für Wahrscheinlichkeit oder Realität, sondern auch ein stiller Träger der Sprachgeschichte.

Wenn wir heute sagen, etwas sei „möglich“, berühren wir ohne es zu wissen eine alte Wortwurzel, die zeigt, wie eng Sprache mit dem Denken und Fühlen vergangener Zeiten verbunden ist. Ein kleines Wort – mit großer Vergangenheit.

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