Was ist Zöliakie? Ein genetisch bedingtes Leiden

Zöliakie ist keine Allergie – es handelt sich um eine autoimmune Erkrankung, die in der Kindheit oder auch im Erwachsenenalter auftreten kann. Viele Betroffene leiden jahrelang unter Bauchschmerzen, Müdigkeit oder Durchfällen, ohne zu wissen, woran es liegt. Die Ursache liegt tief in der Erbsubstanz: Ja, Zöliakie hat einen genetischen Hintergrund.

Menschen mit bestimmten Genvarianten – vor allem HLA-DQ2 und HLA-DQ8 – neigen stärker dazu, die Krankheit zu entwickeln. Doch nicht jeder, der diese Gene trägt, erkrankt auch. Auslöser ist Gluten, das Klebereiweiß in Weizen, Roggen und Gerste. Bei empfindlichen Personen führt Gluten zu einer Fehlreaktion des Immunsystems, das dann die Darmzotten angreift. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme gestört – mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit.

Die Diagnose erfolgt meist über Bluttests und eine Darmbiopsie. Sobald die Krankheit erkannt ist, bleibt nur eine Therapie: lebenslange glutenfreie Ernährung. Kein Baguette, kein Bier, keine versteckten Spuren von Gluten in Fertigprodukten. Das klingt radikal – ist aber notwendig, um den Darm zu schützen und Komplikationen wie Mangelerscheinungen oder sogar Darmkrebs zu vermeiden.

Obwohl Zöliakie nicht geheilt werden kann, lässt sie sich gut beherrschen. Immer mehr Lebensmittel sind glutenfrei gekennzeichnet, und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit wächst. Wer betroffen ist, muss lernen, Lebensmittel bewusster zu wählen – doch mit der richtigen Einstellung führt man ein vollwertiges, gesundes Leben.

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