Warum enden lateinische Wörter im Englischen oft auf „-us“ oder „-um“?

Wenn man englische Fachbegriffe liest – besonders in den Naturwissenschaften oder der Medizin – fällt schnell auf: Viele lateinischen Wörter enden auf „-us“ oder „-um“. Das hat weniger mit der USA an sich zu tun, sondern hängt mit der Art zusammen, wie englische Sprache lateinische Lehnwörter übernommen hat.

Im klassischen Latein gibt es verschiedene Deklinationen, also Formen, wie sich Wörter je nach Geschlecht, Zahl und Fall verändern. Die meisten dieser entlehnten Wörter stammen aus der sogenannten zweiten Deklination. Dabei enden maskuline Substantive meist auf „-us“ (z. B. „status“ oder „radius“), neutrale auf „-um“ (wie „datum“ oder „medium“).

Im Englischen jedoch wird meist nur die Grundform – der Nominativ Singular – verwendet. Die komplexen lateinischen Endungen für Plural oder andere Fälle bleiben oft unberücksichtigt. So blieben „-us“ und „-um“ als typische Wortendungen erhalten, selbst wenn sie grammatikalisch nicht mehr verändert werden.

Daher klingen viele lateinisch beeinflusste englische Begriffe – und damit auch in internationaler Verwendung – so, als würden sie immer auf „-us“ oder „-um“ enden. Es ist weniger eine Regel der englischen Sprache als vielmehr ein Echo der lateinischen Wortbildung, das sich in der wissenschaftlichen und alltäglichen Sprache gehalten hat.

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