Kann jemand mit Borderline allein sein?

Ja, Menschen mit Borderline-Störung können allein sein – aber diese Einsamkeit ist oft von einem tiefen inneren Konflikt geprägt. Viele Betroffene sehnen sich intensiv nach Nähe und Zugehörigkeit, gleichzeitig macht ihnen die Intensität ihrer Emotionen Beziehungen schwer. Die Angst vor Ablehnung oder Verlassenwerden ist riesig, und schon kleine Unsicherheiten können heftige Reaktionen auslösen: Wut, Verzweiflung, emotionale Abwehr.

Gleichzeitig fällt es vielen mit Borderline jedoch schwer, langfristige Partnerschaften zu halten. Nicht, weil sie nicht lieben könnten – ganz im Gegenteil. Aber die ständigen Stimmungsschwankungen, das fragile Selbstwertgefühl und die Angst, nicht gut genug zu sein, überfordern oft den Partner. Irgendwann ist die Belastung zu groß, die Beziehung zerbricht. Danach bleibt dann wieder die Einsamkeit – und das schmerzhafte Gefühl, nicht liebenswert zu sein.

Dabei ist Borderline keine Seltenheit. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sind betroffen, häufiger Frauen. Die Störung entsteht meist aus einer Kombination aus genetischer Veranlagung und traumatischen Erfahrungen in der Kindheit, etwa Vernachlässigung oder Missbrauch. Doch mit der richtigen Therapie – vor allem mit Methoden wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) – können Betroffene lernen, ihre Emotionen besser zu regulieren, gesündere Beziehungen aufzubauen und ein erfüllteres Leben zu führen.

Alleinsein ist für viele mit Borderline also keine Wahl, sondern das Ergebnis eines Kampfes, der oft hinter verschlossenen Türen stattfindet. Mit Verständnis und Unterstützung kann sich das ändern.

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