Kann das menschliche Immunsystem MRSA besiegen?

Das Bakterium Staphylococcus aureus besiedelt bei vielen Menschen ganz natürlich die Haut oder die Nasenschleimhaut, meist völlig ohne Symptome. Gefährlich wird es erst, wenn der Keim über Wunden in den Körper gelangt und das Abwehrsystem geschwächt ist. Eine besondere Bedrohung stellt dabei die multiresistente Variante dar, bekannt als MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus).

Ein starkes Immunsystem kann eine beginnende Infektion prinzipiell eindämmen oder lokal begrenzen. Das Hauptproblem bei MRSA ist jedoch nicht, dass der Körper überhaupt keine Antikörper bildet, sondern die rasante Vermehrung des Erregers und seine Widerstandskraft. Wenn die körpereigene Abwehr die Übermacht der Bakterien nicht schnell genug unter Kontrolle bringt, kommen üblicherweise Antibiotika zum Einsatz. Da MRSA jedoch gegen fast alle gängigen Wirkstoffe resistent ist, versagen Standardtherapien oft komplett.

Breitet sich die Infektion ungehindert im Gewebe, im Blut oder in den Knochen aus, gerät der Organismus rasch in Lebensgefahr. Wirken selbst spezielle Reserveantibiotika nicht mehr rechtzeitig, bleibt Ärztinnen und Ärzten in extremen Fällen oft nur noch die Amputation des befallenen Gewebes oder Gliedmaßes als letzte Maßnahme, um das Überleben des Patienten zu sichern. Ein intaktes Immunsystem verringert zwar das Infektionsrisiko, garantiert bei aggressiven MRSA-Stämmen jedoch keinen vollständigen Schutz.

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