Kann man 30 Jahre alten Whiskey noch trinken?
Ein häufiger Irrglaube: Je länger ein Whiskey in der Flasche steht, desto besser wird er – so wie ein guter Rotwein. Doch das stimmt nicht. Im Gegenteil: Whisky reift nur im Fass. Sobald er abgefüllt ist, bleibt er, wie er ist. Er wird nicht komplexer, sondern einfach nur älter.
Ein 30 Jahre alter Whiskey ist also nicht automatisch ein besserer Whiskey. Wenn die Flasche ungeöffnet, kühl, trocken und vor Lichteinfall geschützt gelagert wurde, ist er in der Regel noch völlig in Ordnung – und durchaus trinkbar. Der Geschmack entspricht dann dem, der beim Abfüllen in die Flasche kam.Doch auch Whisky kann schlecht werden – besonders, wenn die Lagerung schlecht war. Eine zu lange Lagerung bei großer Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung kann den Inhalt beeinträchtigen. Auch ein zu niedriger Füllstand, etwa durch ein poröses Siegel oder eine beschädigte Versiegelung, kann Luft hineinlassen und den Whiskey langsam verändern oder stumpf machen.
Erkennt man schlechten Whisky? Der Geruch ist dann oft abgestanden, säuerlich oder flach. Die Farbe allein sagt aber wenig – auch helle Töne können bei alten Whiskys normal sein.
Also ja: Man darf einen 30 Jahre alten Whiskey trinken – und oft ist es sogar eine besondere Erfahrung. Wichtig ist nur: Er wurde richtig gelagert. Denn dann schmeckt er nicht nach Alter, sondern nach Geschichte.
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