Kann ein Hai 500 Jahre alt werden? Der Grönlandhai tut es

Unvorstellbar, aber wahr: Der Grönlandhai, auch Eishai genannt, kann bis zu 500 Jahre alt werden. Das macht ihn zum ältesten bekannten Wirbeltier auf der Erde. Forscher haben das mithilfe von Radiokohlenstoffdatierung herausgefunden – eine Methode, die oft bei archäologischen Funden angewendet wird. Bei Haifischen nutzt man sie, um das Alter anhand von Augenlinsen zu bestimmen, da diese im Laufe des Lebens kaum verändern.

Der Grönlandhai lebt in den eiskalten Gewässern der Arktis und taucht nur langsam durch die Tiefe. Seine Lebensweise ist entschleunigt: Er wächst extrem langsam – etwa einen Zentimeter pro Jahr – und erreicht erst mit etwa 150 Jahren die Geschlechtsreife. Diese langsame Biologie ist ein Schlüssel zu seiner außergewöhnlichen Langlebigkeit.

Ein Beispiel: Ein 2016 untersuchter weiblicher Hai war schätzungsweise 392 Jahre alt – geboren also zur Zeit von Galileo Galilei. Die ältesten Exemplare könnten tatsächlich die 500-Jahre-Marke erreichen. Das macht den Grönlandhai nicht nur zu einem lebenden Fossil, sondern auch zu einer faszinierenden Ausnahme in der Tierwelt.

Warum er so alt wird, ist noch nicht vollständig verstanden. Experten vermuten, dass seine kalte Umgebung, der niedrige Stoffwechsel und möglicherweise auch eine besondere Zellregeneration eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten ist der Grönlandhai kaum vom Menschen bedroht – er lebt fernab der üblichen Fanggründe.

Ob wir Menschen jemals 500 Jahre alt werden? Unwahrscheinlich. Doch der Grönlandhai zeigt: In der Natur gibt es Überraschungen, die unsere Vorstellung von Alter völlig auf den Kopf stellen.

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