Warum löst sich Stärke nicht in Wasser?

Wenn man Maisstärke in kaltes Wasser gibt und umrührt, scheint sie zunächst zu verschwinden. Doch das ist nur ein Trugschluss: Tatsächlich löst sich die Stärke nicht im Wasser. Stattdessen bildet sie eine sogenannte Suspension. Das bedeutet, die feinen Stärkekörnchen verteilen sich im Wasser und schweben dort eine Zeit lang, bevor sie langsam zu Boden sinken.

Der Grund dafür liegt in der chemischen Beschaffenheit der Stärke. Stärke besteht aus langen Kettenmolekülen, die in kaltem Wasser nicht auseinandergehen. Die Wasserstoffbrückenbindungen innerhalb der Körnchen sind zu stabil, als dass das Wasser sie einfach auflösen könnte. Erst bei höheren Temperaturen – meist ab etwa 60 °C – beginnen die Körnchen, Wasser aufzunehmen, sich aufzublähen und letztlich zu platzen. Dann erst entsteht eine zähflüssige Masse, wie man sie zum Beispiel aus einer Mehlschwitze kennt.

Im Alltag nutzen wir genau diese Eigenschaft, etwa beim Andicken von Soßen oder Suppen. Die Stärke verleiht die gewünschte Konsistenz, ohne sich je wirklich im Wasser aufzulösen. Man sieht also: Was auf den ersten Blick wie eine Lösung aussieht, ist in Wirklichkeit nur eine vorübergehende Verteilung winziger Teilchen. Und das macht Stärke in der Küche so besonders – sie arbeitet auf ihre eigene, stille Weise.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen