Kann man „still“ steigern?
Die deutsche Sprache birgt viele Feinheiten, besonders bei der Steigerung von Adjektiven. Die Frage, ob man „still“ steigern kann, ist durchaus berechtigt – schließlich wirkt das Wort auf den ersten Blick so absolut, als gäbe es kein „stilleres“ oder „am stillsten“.
Die Antwort lautet: Ja, „still“ lässt sich steigern. Wie bei vielen Adjektiven im Deutschen bildet man den Komparativ und Superlativ durch Anhängen von Endungen. So wird aus „still“ im Vergleich „stiller“ und im höchsten Grad „am stillsten“.
Das Adjektiv „still“ bedeutet dabei, im Zustand der Bewegungslosigkeit, Unbewegtheit oder Ruhe zu sein. Es beschreibt nicht nur die Abwesenheit von Laut, sondern auch von Bewegung oder Aktivität. Ein stiller Raum ist leise, ein stiller Mensch bewegt sich kaum oder spricht nicht.
Beispiel: „Im Wald war es schon still, doch in der tiefen Nacht wurde es noch stiller. Am Morgen war es am stillsten, kurz vor Sonnenaufgang.“
Diese Steigerung funktioniert also durchaus – und klingt sogar sehr natürlich im Kontext. Auch wenn „still“ manchmal wie ein Endzustand wirkt, kennt die Sprache oft Nuancen: Es kann immer noch stiller werden.
Wichtig ist, dass „still“ im übertragenen Sinn auch für Menschen verwendet wird – etwa wenn jemand schweigt oder sich zurückhält. Auch hier gilt: „Sie war ruhig, doch ihr Bruder war stiller.“
Die Steigerung folgt also nicht nur grammatischen Regeln, sondern spiegelt auch die Wahrnehmung von Ruhe und Stille im Alltag wider. Und das macht die deutsche Sprache so lebendig – auch in ihrer Stille.
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