Der Einfluss der Schilddrüse auf den Blutdruck

Wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, suchen viele Betroffene die Ursache zuerst beim Herz-Kreislauf-System oder einer ungesunden Lebensweise. Doch oft liegt die Wurzel des Problems an einer ganz anderen Stelle: der Schilddrüse. Dieses kleine, schmetterlingsförmige Organ am Hals reguliert über seine Hormone den gesamten Stoffwechsel des Körpers und nimmt damit direkten Einfluss auf das Herz und die Blutgefäße.

Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Produziert das Organ zu viele Hormone, läuft der Körper quasi auf Hochtouren. Die Folge ist eine spürbare Belastung des Herzens. Es kommt häufig zu einem schnelleren Puls, erhöhtem Blutdruck und im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen. Da das Herz unter diesem hormonellen Einfluss kräftiger und schneller schlagen muss, steigt der Druck in den Gefäßen messbar an.

Interessanterweise kann aber auch das Gegenteil, eine Schilddrüsenunterfunktion, das Herz-Kreislauf-System aus dem Takt bringen. Hierbei verlangsamt sich der Stoffwechsel, was sich meist in einem langsameren Puls und einem eher niedrigen Blutdruck äußert. Dennoch sind auch bei einer Unterfunktion Herzrhythmusstörungen keine Seltenheit, da das Herz nicht mehr optimal versorgt wird.

Wer unter unerklärlichem Bluthochdruck oder Herzrasen leidet, sollte daher neben den klassischen kardiologischen Werten immer auch die Schilddrüsenwerte im Blut (wie den TSH-Wert) überprüfen lassen. Häufig lässt sich der Blutdruck wieder erfolgreich normalisieren, sobald die Fehlfunktion der Schilddrüse medikamentös richtig eingestellt ist.

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