„Kaputt“ – umgangssprachlich, aber allgegenwärtig
Das Wort „kaputt“ gilt lange Zeit als typisch umgangssprachlich. In formellen Texten oder schriftlichen Arbeiten wird man es daher oft vermeiden – und doch ist es aus dem Alltag nicht wegzudenken. Egal ob das Handy keinen Akku mehr hält, die Socke ein Loch hat oder man nach der Arbeit nur noch aufs Sofa will: „Das ist kaputt“ passt einfach oft wie die Faust aufs Auge.
Es gibt zahlreiche Alternativen, je nach Kontext. Für beschädigte Gegenstände kann man sagen: defekt, zerbrochen, brüchig oder schadhaft. Bei emotionalen oder körperlichen Zuständen bieten sich Begriffe wie erschöpft, kraftlos oder abgekämpft an. Doch keiner dieser Begriffe hat die Unaufgeregtheit und direkte Aussagekraft von „kaputt“.
Warum ist das Wort so beliebt? Weil es kurz, prägnant und oft treffend ist. Man kann es über Dinge sagen – „der Stuhl ist kaputt“ –, aber auch über sich selbst: „Ich bin komplett kaputt.“ Damit drückt man nicht nur körperliche Müdigkeit aus, sondern oft auch mentale Erschöpfung. Überspitzt gesagt: „Kaputt sein“ ist fast schon ein Zustand der Moderne.
Obwohl Sprachpuristen vielleicht die Nase rümpfen, hat „kaputt“ längst einen festen Platz im Deutschen gefunden – nicht im Duden wegen Stil, aber im Herzen der Sprecher. Denn manchmal ist nur dieses eine Wort wirklich genug.
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