Entscheidungsfindung bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung stehen im Alltag oft vor spürbaren Hürden, wenn es darum geht, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Die ausgeprägte innere Unruhe und ein geschwächtes Selbstwertgefühl führen häufig dazu, dass Betroffene ihren eigenen Wahrnehmungen kaum vertrauen. Um vermeintliche Fehler zu umgehen, werden eigene Bedürfnisse oft den Wünschen nahestehender Personen untergeordnet.
Ein wesentlicher Grund für dieses Verhalten ist die große Angst vor dem Verlassenwerden. Die Vorstellung, völlig auf sich allein gestellt zu sein, löst erhebliche Verlustängste aus. Das kann sich in einem klammernden Verhalten äußern: Verantwortung für alltägliche wie auch grundlegende Weichenstellungen wird lieber an andere abgegeben, um die Bindung zu schützen und Beziehungsabbrüche zu vermeiden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Betroffene uneingeschränkt beziehungs- oder entschlussunfähig sind. Besonders unter starkem emotionalen Druck fällt das sachliche Abwägen von Optionen extrem schwer. Durch gezielte psychotherapeutische Unterstützung und ein stabiles Umfeld können Betroffene lernen, Schritt für Schritt wieder Vertrauen in die eigene Urteilskraft zu entwickeln und selbstbestimmt zu handeln.
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