Borderline und die Suche nach Halt in Beziehungen
Bei Menschen mit Borderline-Störung dreht sich vieles um starke Emotionen, die schwer zu kontrollieren sind. Sie sehnen sich oft intensiv nach Nähe und Zuneigung, gleichzeitig aber fürchten sie sich davor, verlassen zu werden. Diese innere Zerrissenheit zeigt sich besonders deutlich in Beziehungen.
Ja, viele Betroffene erleben eine Art emotionale Abhängigkeit – nicht im Sinne von Sucht im klassischen Sinn, aber als tiefes Bedürfnis nach Bestätigung und Halt. Die Beziehung wird dann schnell zum emotionalen Rettungsring, wodurch gesunde Grenzen verschwimmen. Das führt oft zu stürmischen Phasen zwischen extremem Anklammern und plötzlicher Distanzierung.
Doch die Herausforderungen beschränken sich nicht nur auf das Beziehungsmuster. Viele mit Borderline-Störung greifen auch auf andere Wege zurück, um mit ihrem seelischen Schmerz umzugehen – darunter der Alkohol. Er wird dann zur kurzfristigen Beruhigung, zum Aus-Schalten der Gefühle. Langfristig gefährdet dieser Konsum aber nicht nur die Gesundheit, sondern auch stabile Partnerschaften. Selbst wenn eine Beziehung ursprünglich auf Vertrauen und Balance basiert, kann exzessiver Alkoholkonsum alles ins Wanken bringen.
Die gute Nachricht: Mit gezielter Therapie – wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) – lässt sich viel erreichen. Betroffene können lernen, ihre Emotionen besser zu regulieren, gesündere Beziehungsmuster zu entwickeln und auf Alkohol als Bewältigungsstrategie zu verzichten. Wichtig ist, dass sie Hilfe annehmen – und dass ihr Umfeld Verständnis zeigt, ohne sich selbst aufzugeben.
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