Wann führt ein Arzt offiziell den Doktortitel?

Viele Menschen nehmen an, dass jeder Arzt automatisch auch ein Doktor ist. Das ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Das medizinische Studium endet mit dem Staatsexamen und der Approbation, die zur Ausübung der Heilkunde berechtigt. Der eigentliche Grad des Dr. med. ist hingegen das Ergebnis einer eigenständigen wissenschaftlichen Forschungsarbeit, der sogenannten Dissertation.

Rechtlich gesehen darf ein Mediziner diesen akademischen Titel erst nach dem vollständigen Abschluss des Promotionsverfahrens führen. Dazu gehört neben der erfolgreichen Verteidigung der Arbeit zwingend die Veröffentlichung der Dissertation sowie die Aushändigung der offiziellen Promotionsurkunde. Erst ab diesem Moment ist es gestattet, den Titel auf dem Praxisschild oder im Personalausweis zu tragen.

Für die Zeit zwischen dem Abschluss der Prüfungen und der endgültigen Publikation gibt es jedoch eine Sonderregelung: Viele Universitäten erlauben Promovierenden bereits nach dem Einreichen und der Begutachtung der Arbeit das Führen des Titels Dr. des. (Doctor designatus). Dieser Zwischenstatus signalisiert, dass das Verfahren weitgehend abgeschlossen ist, der eigentliche Doktortitel aber erst mit dem Druck der Arbeit rechtskräftig wird.

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