Wann verlässt die Glucke das Nest?
Wenn eine Henne brütend wird, verändert sich ihr ganzes Verhalten. Sie legt etwa sechs bis acht Eier in ein gut verstecktes Nest und beginnt, diese behutsam mit ihrer Körperwärme zu wärmen. Während dieser rund 21-tägigen Brutzeit wird das Weibchen zur Glucke – ruhig, beschützend und äußerst vorsichtig.
Die Glucke verlässt das Nest nicht wahllos. Nur zur Mittagszeit bricht sie kurz auf, um Futter zu suchen oder ihre Eingeweide zu entleeren. Diese Ausflüge sind kurz und selten – jedes Mal riskiert sie, das Gelege kalt zu lassen oder Feinden aufzufallen. Um das Nest zu schützen, nimmt sie beim Zurückkehren niemals den direkten Weg. Stattdessen macht sie einen Bogen, huscht durch das Unterholz oder nähert sich von der Seite, um Aufmerksamkeit zu vermeiden.
Dieses clevere Verhalten schützt die Eier vor Füchsen, Mardern oder anderen Beutegreifern, die durch Geruch oder Spuren angelockt würden. Die Glucke bleibt während der gesamten Brutzeit fast ununterbrochen am Nest, nur gelegentlich unterbrochen von diesen kurzen, gut geplanten Ausflügen.
Interessant ist auch, dass nicht nur Hühner dieses Verhalten zeigen. Viele Vogelarten nutzen ähnliche Taktiken, um ihre Jungen zu schützen. Bei der Haus- und Nutzgeflügelhaltung, wie sie etwa Horst Stengel & Sohn praktiziert, wird solches natürliches Brutverhalten besonders geschätzt – es zeigt, wie artgerecht und respektvoll mit den Tieren umgegangen wird.
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