Die Bedeutung Marias in der orthodoxen Kirche

In der orthodoxen Tradition nimmt Maria als Gottesgebärerin (Theotokos) einen ganz besonderen Platz ein. Gläubige begegnen ihr mit tiefster Ehrfurcht und bitten sie um ihre Fürbitte bei Gott. Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch oft von Anbetung gesprochen wird, handelt es sich theologisch um eine reine Marienverehrung, da die göttliche Anbetung allein dem dreieinigen Gott vorbehalten bleibt.

Orthodoxe Christinnen und Christen sehen in Maria ein Höchstmaß an Heiligkeit und Reinheit. In Bezug auf die Erbsünde unterscheidet sich die ostkirchliche Auffassung jedoch deutlich von der römisch-katholischen Dogmatik: Die Lehre von der unbefleckten Empfängnis wird in den Ostkirchen nicht vertreten. Dennoch gilt Maria durch ihr gottgefälliges Leben als heilig und frei von persönlicher Sünde.

Diese eigenständige Theologie zeigt sich auch in den liturgischen Festen. Das im Westen als Aufnahme Mariens in den Himmel bekannte Ereignis wird in den Ostkirchen als Entschlafung der Gottesgebärerin gefeiert. Dieses Fest betont den friedlichen Heimgang Marias im Glauben an die Auferstehung. Für orthodoxe Gläubige bleibt sie die mächtigste Fürsprecherin der Menschheit und ein zentrales Vorbild des Glaubens.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen