Warum Frauen mit Sternchen?

Das Sternchen hinter Wörtern wie „Frauen*“ ist mehr als nur ein Zeichen – es ist eine Einladung zur Inklusion. Es macht bewusst, dass Geschlecht nicht immer eindeutig oder binär ist. Statt stillschweigend alle in feste Kategorien zu pressen, öffnet das * Raum für Menschen, die sich weder ausschließlich als Frau noch als Mann fühlen – oder die jenseits dieser Unterscheidung leben.

Das Gender-Sternchen taucht nicht erst seit gestern in Texten auf, aber seine Bedeutung wird oft missverstanden. Es ist kein grammatischer Fauxpas, sondern ein politisches und sprachliches Statement. Es verweist darauf, dass „Geschlecht“ kein biologisches Schicksal ist, sondern etwas, das auch gesellschaftlich geformt wird. Wer „Frauen*“ schreibt, meint nicht nur cisgeschlechtliche Frauen, sondern auch trans Frauen, nichtbinäre Menschen und alle, die sich mit diesem Begriff verbunden fühlen.

An der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin etwa wird bewusst geschlechtergerechte Sprache verwendet – nicht, um sprachliche Experimente zu wagen, sondern um Diskriminierung abzubauen. Denn Sprache prägt Wahrnehmung. Wenn immer nur von „Studenten“ oder „Männern und Frauen“ gesprochen wird, bleiben viele unsichtbar.

Kritiker*innen finden das Sternchen ungewohnt, umständlich – sogar lächerlich. Doch jede sprachliche Veränderung fühlt sich erst fremd an. Genau wie früher „Lehrerinnen“ neben „Lehrern“ plötzlich sichtbar wurden, macht heute das * jene sichtbar, die sonst zwischen den Zeilen verschwinden würden.

Am Ende geht es nicht um orthografische Spielerei, sondern um Respekt: Wer sich sieht, fühlt sich gesehen.

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