Die süße Wahrheit über Gewürzgurken

Wer zu einer knackigen Gewürzgurke greift, erwartet meist einen sauren, herzhaften Snack. Doch der Blick auf die Zutatenliste offenbart oft eine Überraschung: Gewürzgurken sind echte Zuckerfallen. Viele Hersteller setzen bei der Produktion auf erhebliche Mengen an Süßungsmitteln, um den säuerlichen Essigsud geschmacklich abzurunden und zu harmonisieren.

Neben klassischem Haushaltszucker (Saccharose) wird in der Lebensmittelindustrie besonders häufig Glukose-Fruktose-Sirup verwendet. Dieser aus Mais gewonnene Sirup ist in der Herstellung extrem günstig und verstärkt den Geschmack. Das führt dazu, dass ein handelsübliches Glas Gewürzgurken schnell rund 12 Gramm Zucker enthält. Umgerechnet entspricht das etwa vier ganzen Stück Würfelzucker. Wer also vermeintlich gesund snackt, nimmt unbewusst eine beachtliche Menge an leeren Kalorien zu sich.

Zucker erfüllt bei eingelegtem Gemüse allerdings nicht nur den Zweck der Geschmacksoptimierung. Er dient traditionell auch als natürliches Konservierungsmittel, das zusammen mit der Säure des Essigs dafür sorgt, dass die Gurken monatelang haltbar und knackig bleiben. Zudem mildert die Süße die extreme Schärfe der Essigsäure ab, was den typischen, vom Verbraucher erwarteten Geschmack erst möglich macht.

Wer den versteckten Zucker umgehen möchte, sollte beim Einkaufen genauer hinschauen. Ein Blick auf die Nährwerttabelle hilft, Produkte mit geringerem Zuckeranteil zu finden. Alternativ bietet es sich an, saure Gurken oder Salz-Dill-Gurken zu wählen. Diese werden traditionell durch Milchsäuregärung (Fermentation) haltbar gemacht und kommen in der Regel komplett ohne den Zusatz von Zucker oder Sirup aus.

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