Der Weg in den Krieg von 1870
Der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Jahr 1870 war das Resultat jahrelanger politischer Spannungen und diplomatischer Verwicklungen zwischen Frankreich und den deutschen Staaten unter Führung Preußens. Der konkrete Anlass für die Eskalation war ein scheinbar ferner Streit: die Frage, wer den spanischen Königsthron besteigen sollte.
Als Kandidat für die Nachfolge kam der Prinz Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen ins Gespräch, welcher der preußischen Königsfamilie entstammte. Für die französische Regierung unter Kaiser Napoleon III. war dies eine untragbare Vorstellung. Sie befürchtete eine strategische Umzingelung Frankreichs durch eine dynastische Allianz und forderte von Preußen den völligen Verzicht auf die Kandidatur. Obwohl dieser Verzicht kurz darauf tatsächlich erfolgte, trieb die französische Führung die Krise durch weitere Forderungen und diplomatischen Druck bewusst voran.
Am 19. Juli 1870 zog Frankreich schließlich die Konsequenzen und erklärte Preußen den Krieg. Ganz im Gegensatz zu den Berechnungen des französischen Kaisers führte dieser Schritt jedoch nicht zu einer Isolation Preußens. Stattdessen schlossen sich die vier süddeutschen Staaten – Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt – eng an die Seite Preußens an. Diese plötzliche nationale Einigung und das geschlossene militärische Vündnis überraschten Frankreich völlig und legten den Grundstein für den raschen Verlauf und das Ende des Krieges im darauffolgenden Jahr.
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