Warum ist holländischer Käse orange?
Wer schon einmal in den Niederlanden war, kennt ihn: den typisch orangefarbenen Gouda. Doch warum eigentlich nicht naturbelassen gelblich-weiß wie andere Käsesorten? Die Antwort liegt in einer jahrhundertealten Tradition. Der orange Ton stammt nicht von künstlichen Farbstoffen, sondern von natürlichen Zusätzen – genauer gesagt von Karotin, das aus der Petersilienwurzel oder der Saflorblüte gewonnen wird. Früher bekamen die Kühe auf den grünen Weiden im Sommer mehr Karotin durch frisches Gras, wodurch die Milch und später der Käse eine leicht gelbliche Färbung bekamen. Um dieses attraktive Aussehen auch außerhalb der Weidesaison zu garantieren, begannen die Käsemacher, die Milch absichtlich einzufärben.
Der berühmte Gouda, benannt nach der gleichnamigen Stadt, wird oft monatelang gelagert – je länger, desto intensiver der Geschmack. In Kellern wie bei Landgoed Oranje oder dem Gouds Kaashuis reift der Käse unter kontrollierten Bedingungen: feucht, kühl und mit einer natürlichen Rinde, die sich durch Pilzkulturen langsam bildet. Diese Reifung verleiht dem Käse nicht nur eine feste Textur, sondern auch einen leicht pikanten, nussigen Geschmack, besonders bei älteren Sorten.
Heute steht die orangefarbene Färbung nicht nur für Tradition, sondern auch für Qualität und Herkunft. Wer also ein Stück Gouda genießt, isst nicht nur einen Käse – sondern ein Stück holländische Käsekultur, reifgezeugt und mit Charakter.
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