Warum heult mein Hund, wenn Musik läuft?

Es ist ein faszinierendes Phänomen: Kaum ertönen die ersten Klänge einer Violine, das schmetternde Geräusch von Blechblasinstrumenten oder das ferne Läuten von Kirchenglocken, schon stimmt der geliebte Vierbeiner ein herzzerreißendes Heulen an. Manche Besitzer fragen sich besorgt, ob das Tier Schmerzen leidet. Doch in den meisten Fällen steckt ein tief verwurzelter, natürlicher Instinkt dahinter.

Die Erklärung liegt in der sogenannten Hundesprache und dem evolutionären Erbe der Wölfe. Bestimmte Frequenzen und langanhaltende Töne – wie sie auch bei Sirenen vorkommen – klingen für das hochempfindliche Gehör eines Hundes wie die Rufe von Artgenossen. Das Tier missversteht die Musik als das Heulen eines anderen Rudelmitglieds.

In der Folge reagiert der Hund mit einem sogenannten Kontaktheulen. Dieses gemeinsame Einstimmen ist ein tiefes soziales Bedürfnis. Durch das Heulen möchte der Hund seine Zusammengehörigkeit mit dem Rudel demonstrieren und den vermeintlichen Artgenossen signalisieren: „Ich bin hier, du bist nicht allein.“ Es handelt sich also nicht um Protest gegen schlechten Musikgeschmack, sondern um ein Zeichen von sozialer Bindung und Kommunikation. Wenn Ihr Hund das nächste Mal mitsingt, zeigt er im Grunde nur seine soziale Ader.

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