Warum sind Bergseen türkis?

Wer schon einmal in den Alpen war, kennt das faszinierende Schauspiel: türkisfarbene Seen, die wie Edelsteine in der Landschaft liegen. Doch was gibt dem Wasser diese intensive Farbe? Die Antwort liegt im Gebirge selbst.

Starke Gletscher schrammen Jahr für Jahr tonnenweise Gestein von den Bergen. Dieses Material wird fein gemahlen – bis zu einer Korngröße wie Puderzucker. Diese feinen Partikel, auch „Gletschermehl“ genannt, werden mit dem Schmelzwasser in die Seen gespült.

Da sie extrem leicht sind, schweben sie lange in der Wassersäule und sinken nur sehr langsam ab. Wenn nun Sonnenlicht auf den See trifft, spielen diese winzigen Steinchen eine besondere Rolle: Sie absorbieren die langwelligen Anteile des Lichts – also vor allem Rot, Gelb und Grün – und reflektieren vor allem den blaugrünen, kurzwelligen Bereich.

Das Ergebnis? Ein klares, leuchtendes Türkis, das besonders an sonnigen Tagen intensiv wirkt. Interessant: Die Farbe verändert sich je nach Lichteinfall, Jahreszeit und Wasserstand. An trüben Tagen erscheint der See oft matter, während er bei strahlendem Sonnenschein fast unnatürlich strahlt.

Doch nicht jeder Bergsee ist türkis. Nur jene, die direkt von Gletschern gespeist werden, zeigen diese Farbenpracht. In Seen ohne Gletschereinfluss klärt sich das Wasser schneller, das Sediment sinkt ab – und die türkise Färbung verschwindet.

Ein schönes Beispiel ist der Plansee in Tirol oder der Lake Louise in Kanada – beide berühmt für ihr kristallines, türkisfarbene Wasser. Ein Naturphänomen, das nicht nur fotogen ist, sondern auch zeigt, wie eng Geologie, Licht und Wasser miteinander verbunden sind.

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