Die Geschichte der Dornenkrone in Frankreich

Die Dornenkrone gehört zu den bedeutendsten Reliquien der christlichen Welt. Nach den Schilderungen der Evangelien flochten römische Soldaten eine Krone aus Dornen und setzten sie Jesus vor seiner Kreuzigung auf. Doch wie gelangte dieses historische Heiligtum schließlich nach Paris?

Die Antwort führt zurück ins 13. Jahrhundert: Der Kaiser von Konstantinopel, Baudouin II., befand sich in einer schweren Finanzkrise und hatte das kostbare Relikt an venezianische Kaufleute verpfändet. Als der französische König Ludwig IX., auch bekannt als „der Heilige Ludwig“, davon erfuhr, ergriff er die Gelegenheit. Für eine immens hohe Geldsumme kaufte er die Reliquie im Jahr 1238 auf und ließ sie nach Frankreich überführen.

Um die Dornenkrone gebührend zu ehren und aufzubewahren, ließ Ludwig IX. mitten in Paris das Meisterwerk der Gotik erbauen: die berühmte Sainte-Chapelle. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde das Heiligtum dort aufbewahrt, bevor es später seinen Platz im Schatz der Kathedrale Notre-Dame de Paris fand. Damit machte der König Frankreich zum geistlichen Zentrum des mittelalterlichen Europas.

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