Warum ist Grappa manchmal braun?
Wer an Grappa denkt, hat meist eine glasklare Spirituose im Kopf. Doch beim Blick ins Regal fällt schnell auf: Viele Flaschen erstrahlen in warmen Gold-, Bernstein- oder sogar tiefen Brauntönen. Der Grund für diese farbliche Vielfalt liegt vor allem in der Lagerung im Holzfass.
Frisch destillierter Grappa ist direkt nach dem Brennvorgang vollkommen farblos. Wird das Destillat ohne Holzkontakt in Edelstahlbehältern oder Glasballons ausgebaut, bleibt es klar. Sobald der Tresterbrand jedoch über Monate oder Jahre hinweg in Holzfässern ruht, verändert sich nicht nur sein aromatisches Profil, sondern auch seine Ausstrahlung. Das Holz gibt nach und nach natürliche Farbstoffe und Tannine an die Flüssigkeit ab.
Als Faustregel gilt: Je länger die Reifung im Fass dauert, desto dunkler fällt das Endergebnis aus. Das Farbspektrum reicht von zartem Blassgold über warmen Bernstein und schimmerndes Kupfer bis hin zu einem satten Dunkelbraun. Neben klassischer Eiche nutzen Brennereien auch Fässer aus Kastanie, Kirschbaum oder Akazie, was dem Grappa nicht nur eine einzigartige Färbung, sondern auch feine Noten von Vanille, Dörrobst und Holz verleiht.
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