Warum ist Novalgin in manchen Ländern verboten?
Novalgin, ein bekanntes Schmerz- und Fiebersenkendes Mittel, ist in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern rezeptfrei erhältlich. Doch in einigen Ländern ist der Wirkstoff Metamizol-Natrium, der in Novalgin enthalten ist, verboten oder nicht zugelassen.
Der Hauptgrund dafür ist das Risiko einer seltenen, aber schweren Nebenwirkung: die Agranulozytose. Dabei handelt es sich um einen starken Rückgang der weißen Blutkörperchen, die für die Abwehr von Infektionen wichtig sind. Betroffene können dann lebensbedrohlich infektionsanfällig werden. Obwohl dieser Fall sehr selten auftritt – Studien sprechen von weniger als einem Fall pro 10.000 Behandlungsjahren –, haben viele Länder diese Gefahr als Grund genommen, Metamizol nicht zuzulassen.
So ist der Wirkstoff etwa in den USA, Großbritannien, Skandinavien, Japan und Australien entweder nie zugelassen worden oder wurde wieder vom Markt genommen. In Australien ist die Einfuhr sogar gesetzlich verboten. Ärzte in diesen Ländern setzen stattdessen sicherere Alternativen wie Paracetamol oder Ibuprofen ein.
Trotz des Risikos gilt Novalgin in den Ländern, wo es erlaubt ist, als effektiv bei starken Schmerzen, etwa nach Operationen oder bei Koliken. Viele Patienten berichten von guter Verträglichkeit, solange die Einnahme kurzfristig und nach ärztlicher Empfehlung erfolgt.
Die unterschiedlichen Regelungen zeigen: Was in einem Land als nützlich gilt, kann in einem anderen als zu riskant eingestuft werden. Dennoch bleibt Novalgin hierzulande ein fester Bestandteil der Schmerztherapie – mit klaren Warnhinweisen und begrenzter Verfügbarkeit, um das Risiko im Zaum zu halten.
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