Warum tropfen selbstgemachte Kerzen?

Wer schon einmal eine selbstgebastelte Kerze zum ersten Mal angezündet hat, kennt das Problem: Statt gleichmäßig zu brennen, tropft sie schon nach kurzer Zeit. Der Grund dafür liegt oft nicht – wie früher angenommen – an einem falsch gewählten Docht, sondern an etwas viel Alltäglicherem: Zugluft.

Wenn ein leichter Luftzug durchs Zimmer weht, neigt er die Flamme zur Seite. Dadurch schmilzt das Wachs ungleichmäßig. An der windabgewandten Seite bleibt es fester, während sich auf der anderen Seite flüssiges Wachs sammelt. Irgendwann kann das Gefäß dieses Wachs nicht mehr halten – es läuft über und tropft. Das nennt man auch „Stauen“ des Wachses.

Ein dicker oder zu kurzer Docht kann ebenfalls eine Rolle spielen, doch in den meisten heutigen Haushalten ist es die Bewegung der Luft, die die Flamme beeinflusst. Selbst eine leicht geöffnete Tür oder ein leiser Ventilator reicht aus, um den ruhigen Kerzenschein zu stören. Selbstgemachte Kerzen sind besonders empfindlich, da oft weniger auf optimale Dochtlänge oder Reinheit des Wachses geachtet wird.

Die Lösung ist einfach: Kerzen an einem windgeschützten Ort platzieren. Bei Tischlicht oder Abendstimmung lohnt es sich daher, Fenster zu schließen oder den Abstand zu Lüftungsschächten zu beachten. So brennt die Kerze gleichmäßiger, tropft weniger – und sorgt für gemütliche, statt tropfnasse Stunden.

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