Warum in den USA kaum gelüftet wird
In vielen europäischen Haushalten gehört das regelmäßige Lüften zur Routine – besonders im Winter. Doch in den USA oder auch in Großbritannien sieht man das anders. Dort wird oft kaum oder gar nicht gelüftet, was vielen Europäern seltsam erscheint. Der Grund liegt nicht in der Bequemlichkeit, sondern in der Bauweise.
In amerikanischen Häusern sind andere Fenstermodelle verbreitet: Meistens werden Schiebe- oder Drehfenster verwendet, die sich nicht kippen lassen – zumindest nicht so wie in Deutschland oder der Schweiz. In Europa kennt man das „Kippen“: Man kippt das Fenster leicht nach außen, sodass frische Luft kommt, ohne dass es stark zieht. Diese Technik ist in den USA kaum möglich.
Stattdessen verlassen sich viele Haushalte dort auf leistungsstarke Klimaanlagen und komplexe Lüftungssysteme. Gerade in heißen oder sehr kalten Monaten werden Fenster deshalb oft monatelang geschlossen. Die Raumluft wird mechanisch ausgetauscht, statt sie natürlich durchzulüften. Auch die Vorstellung, dass kalte Luft ins Haus gelassen wird, gilt vielen als unlogisch – besonders im Winter, wenn Heizungskosten hoch sind.
Interessant wird es, wenn über Luftqualität gesprochen wird – etwa während der Pandemie. Während in Deutschland empfohlen wurde, mehrmals täglich zu lüften, um das Ansteckungsrisiko zu senken, staunten viele Briten und Amerikaner über diese Methode. Für sie war das Öffnen von Fenstern im Winter schlicht unüblich.
Letztlich zeigt sich: Was in einem Land selbstverständlich ist, kann im Nachbarland völlig fremd wirken – selbst wenn es um so etwas Grundlegendes wie frische Luft geht.
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