Was bedeuten die fünf Kreuze im Jerusalemer Kreuz?

Das Jerusalemer Kreuz – ein großes Kreuz mit je einem kleineren in jeder Ecke – ist eines der bekanntesten Symbole der christlichen Ikonographie. Doch was steckt hinter dieser auffälligen Form?

Ein Zeichen mit tiefer Bedeutung

Viele sehen in den fünf Kreuzen die fünf Wundmale Jesu Christi: die drei Nägelwunden an Händen und Füßen sowie die Seitenwunde, die er beim Kreuzestod erlitt. Das große zentrale Kreuz steht dann für Jesus selbst, während die vier kleinen Kreuze symbolisch für seine Leiden und die Vollendung des Heils stehen.

Andere deuten die Form anders: Das große Kreuz stellt Christus dar, die vier kleineren die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Diese vier Männer verkündeten das Evangelium in alle Himmelsrichtungen – eine Verbindung von Glaube und Verkündigung, die bis heute nachwirkt.

Ein Orden im Dienst des Heiligen Grabes

Das Jerusalemer Kreuz ist auch das Wappensymbol der Ordensritter vom Heiligen Grab. Diese ritterliche Gemeinschaft wurde im Mittelalter gegründet, um Pilger nach Jerusalem zu schützen und das Heilige Grab zu bewahren. Heute setzt der Orden diese Tradition im geistlichen Sinne fort und ist der Heiligen Stadt eng verbunden.

Wer das Symbol heute sieht – etwa auf Kirchenfenstern, Ordenstüchern oder liturgischen Gewändern –, kann daran nicht nur die Passion Jesu erinnern, sondern auch die lange Geschichte des Glaubens, der bis nach Jerusalem zurückreicht.

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