Was passiert bei der Gärung?

Die Gärung ist ein natürlicher Stoffwechselvorgang, der ohne Sauerstoff abläuft – man spricht dabei von anaeroben Bedingungen. Vor allem Mikroorganismen wie Hefepilze oder bestimmte Bakterien nutzen diesen Prozess, um Energie aus Kohlenhydraten zu gewinnen. Das bekannteste Beispiel ist der Abbau von Glucose (Traubenzucker), der bereits in der Glykolyse beginnt – einer Stufenfolge, bei der Glucose in kleinere Moleküle zerlegt wird.

Wichtig ist: Bei der Gärung entsteht Energie nur aus dieser Glykolyse. Im Gegensatz zur Zellatmung, bei der viel mehr Energie aus Glucose gewonnen wird, liefert die Gärung deutlich weniger – aber sie ist lebenswichtig, wenn kein Sauerstoff zur Verfügung steht. So etwa in Muskelzellen bei starker Anstrengung oder in Hefezellen, die Bier oder Brot herstellen.

Je nach Organismus entstehen unterschiedliche Endprodukte. Bei der alkoholischen Gärung, wie sie Hefe betreibt, entstehen Alkohol (Ethanol) und Kohlendioxid. Deshalb geht Brot beim Backen auf – das Gas bildet Blasen im Teig. Bei der Milchsäuregärung, wie sie in Joghurt oder in überlasteten Muskelzellen stattfindet, entsteht Milchsäure.

Ob in der Küche, in der Natur oder im menschlichen Körper – Gärung ist ein unscheinbarer, aber essenzieller Prozess. Sie zeigt, wie Lebewesen auch ohne Sauerstoff Energie gewinnen können, wenn es darauf ankommt. So einfach wie effektiv.

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