Warum Luft die beste Dämmung ist – und doch nicht überall funktioniert

Es klingt paradox: Die beste Dämmung ist eigentlich das Nichts – also reine Luft oder Vakuum. Denn ohne Moleküle kann kaum Wärme übertragen werden. Genau deshalb dämmen Materialien, die viel eingeschlossene Luft enthalten, besonders gut. Doch reine Luft nutzt uns im Alltag wenig – sie muss gebunden werden, um ihre isolierende Wirkung zu entfalten.

Hier kommt Silikat-Aerogel ins Spiel. Dieses hochporöse Material besteht zu über 90 Prozent aus Luft, ist aber dennoch stabil und handhabbar. Es dämmt zwei- bis dreimal besser als herkömmliches Polystyrol, bekannt als Styropor (EPS). Das bedeutet: Eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus Aerogel hält so viel Kälte ab wie eine 25 Zentimeter dicke Wand aus EPS. Ein klarer Vorteil, vor allem dort, wo Platz knapp ist – etwa bei Sanierungen oder in modernen, schlanken Fassaden.

Trotz dieser Vorteile hat Aerogel bisher kaum den Massenmarkt erreicht. Der Grund: der hohe Preis und die technische Empfindlichkeit. Styropor bleibt deshalb weiterhin weit verbreitet – es ist günstig, leicht zu verarbeiten und bietet einen guten Kompromiss aus Effizienz und Kosten.

Dennoch zeigt die Entwicklung von Aerogelen, wohin die Reise gehen könnte: Je besser die Luft im Material gebunden ist, desto effektiver die Dämmung. Die Zukunft gehört Materialien, die das Prinzip „Das Nichts dämmt am besten“ clever nutzen – ohne dabei zu teuer oder unpraktisch zu werden.

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