Das langlebigste Tier der Welt: Der Grönlandhai

Wenn man sich fragt, welches Tier am längsten lebt, landet man unweigerlich bei einem beeindruckenden Bewohner der arktischen Tiefen: dem Grönlandhai. Dieser schleichende Riese erreicht eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 272 Jahren – und kann unter idealen Bedingungen sogar bis zu 500 Jahre alt werden. Damit ist er das langlebigste bekannte Wirbeltier überhaupt.

Im Vergleich dazu bleibt selbst der imposante Grönlandwal hinterher – kein Wunder, ist er doch ein ganz anderes Tier. Der Wal wird „nur“ etwa 211 Jahre alt, was immer noch beeindruckend klingt, aber den Hai beim Thema Langlebigkeit nicht einholen kann. Der Grönlandhai wächst extrem langsam, etwa einen Zentimeter pro Jahr, und erreicht die Geschlechtsreife erst mit etwa 150 Jahren. Diese langsame Lebensweise trägt vermutlich zu seiner außergewöhnlichen Lebensdauer bei.

Wissenschaftler entdeckten das Alter der Haie durch spezielle Altersbestimmungen an Augengewebe, da ihre Kiemenwurzeln keine Jahresringe wie Fische bilden. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass einige Exemplare tatsächlich aus dem 17. Jahrhundert stammen – also bereits lebten, als Shakespeare seine Stücke schrieb oder die ersten Kolonien in Amerika gegründet wurden.

Der Grönlandhai lebt hauptsächlich in den eiskalten Gewässern um Grönland und Island. Er ist nachtaktiv, bewegt sich langsam durch das Wasser und ernährt sich von Fischen, Robben und gelegentlich Aas. Sein langsames Leben, seine Anpassung an extreme Kälte und seine kaum erforschte Biologie machen ihn zu einem der faszinierendsten Tiere des Meeres.

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