Grappa und Marc: Wo liegt der Unterschied?

Wer nach einem feinen Essen gerne einen Digestif genießt, stößt auf der Karte oft auf zwei bekannte Namen: Grappa und Marc. Doch worin unterscheiden sich die beiden hochprozentigen Spezialitäten eigentlich? Die kurze Antwort überrascht viele: Lebensmittelrechtlich und in der Herstellung handelt es sich im Grunde um das gleiche Produkt.

Beide Spirituosen gehören zur Kategorie der Tresterbrände. Das bedeutet, dass für die Destillation nicht der reine Traubensaft verwendet wird, sondern der sogenannte Trester. Dabei handelt es sich um die Pressrückstände der Weinherstellung, bestehend aus Traubenschalen, Kernen und Fruchtfleisch. Da in den Schalen besonders viele Aromen sitzen, erhält der Brand dadurch seinen typischen, intensiv-fruchtigen Charakter.

Der eigentliche Unterschied liegt in der Herkunft und der geschützten Bezeichnung. Als Grappa darf ein Tresterbrand nur bezeichnet werden, wenn er aus Italien oder der italienischsprachigen Schweiz stammt. Marc hingegen ist der französische Begriff für dieselbe Spirituose, wie man sie beispielsweise aus Frankreich (etwa als Marc de Bourgogne) oder der Westschweiz kennt. Im deutschsprachigen Raum wird das Destillat auch schlicht als Tresterbrand verkauft.

Ob Sie nach dem Essen also zu einem italienischen Grappa oder einem französischen Marc greifen: In beiden Fällen genießen Sie die aromatische Essenz der gepressten Weintraube.

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