Die Unterschiede zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche

Obwohl das Christentum gemeinsame Wurzeln teilt, entwickelten sich im Laufe der Geschichte zwei große Traditionen: die katholische und die orthodoxe Kirche. Der auffälligste Unterschied liegt in der Leitung und Kirchenstruktur. Während die römisch-katholische Kirche zentralistisch organisiert ist und im Papst in Rom ihr oberstes, unfehlbares Oberhaupt sieht, lehnt die orthodoxe Kirche ein solches Monopol ab.

In den orthodoxen Glaubensgemeinschaften stehen stattdessen mehrere Patriarchen an der Spitze eigenständiger Kirchen. Der Patriarch von Konstantinopel gilt zwar als Ehrenoberhaupt, wird jedoch lediglich als „Erster unter Gleichen“ betrachtet. Das bedeutet, dass er keine direkte Entscheidungsgewalt über andere Diözesen besitzt, sondern wichtige Fragen kollegial im Bischofsrat entschieden werden.

Darüber hinaus gibt es Unterschiede in der Liturgie und Lebenspraxis. Orthodoxe Gottesdienste sind stark von der Ikonenverehrung und feierlichen Gesängen geprägt. Zudem dürfen orthodoxe Männer vor ihrer Priesterweihe heiraten, während für katholische Priester des lateinischen Ritus das strikte Zölibat gilt. Auch bei der Berechnung von Feiertagen wie Ostern folgen viele orthodoxe Kirchen weiterhin dem alten Julianischen Kalender.

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