Der Bambus – der Wachstumsrekordhalter unter den Pflanzen

Wenn es um schnelles Wachstum geht, ist kaum eine Pflanze so beeindruckend wie der Bambus. Besonders bei warmem Klima und ausreichend Feuchtigkeit kann dieser besondere Vertreter der Gräserfamilie unglaubliche Wachstumsschübe zeigen. Bei optimalen Bedingungen wächst er bis zu 91 Zentimeter pro Tag – das entspricht fast einem Meter in nur 24 Stunden.

Dieses Tempo ist kein Zufall: Bambus speichert Energie in seinem unterirdischen Wurzelsystem, dem Rhizom. Sobald die Umweltbedingungen stimmen – meist zu Beginn der Regenzeit – bricht das Wachstum mit enormer Geschwindigkeit aus. Man kann das Wachstum förmlich mit ansehen. Besonders schnell wachsende Arten wie Phyllostachys edulis oder Guadua angustifolia erreichen in wenigen Wochen ihre volle Höhe.

Der Grund für diese rasante Entwicklung liegt in der Art, wie Bambus wächst. Im Gegensatz zu Bäumen, die langsam an Dicke und Länge zunehmen, entfaltet sich der Bambus innerhalb kurzer Zeit in seine Endmaße. Jeder neue Trieb strebt schnell nach oben, während der Durchmesser bereits festgelegt ist. Das macht ihn nicht nur zu einem der schnellsten, sondern auch zu einem der nachhaltigsten Rohstoffe der Welt.

In vielen Ländern Asiens wird Bambus seit Jahrhunderten als Baumaterial, für Möbel oder sogar zur Ernährung genutzt. Auch in Gärten erfreut er sich zunehmender Beliebtheit – nicht zuletzt wegen seiner optischen Eleganz und seiner Fähigkeit, in kürzester Zeit Sichtschutz oder ein tropisches Flair zu bieten. Wer jedoch Bambus pflanzt, sollte auf eine Wurzelsperre achten: Denn was imposant wächst, kann auch leicht unkontrolliert werden.

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