Was ist Sprechdurchfall – und warum nervt er?

Wer kennt das nicht: Im Meeting meldet sich Kollege Müller, und schon nach 30 Sekunden wird klar – es wird lang. Er spricht, ohne Luft zu holen, springt von einem Thema zum nächsten und lässt niemanden mehr zu Wort kommen. Genau das ist Sprechdurchfall: eine Flut von Worten, die kaum noch Räume für andere lässt.

Manche Menschen leiden tatsächlich daran – nicht im medizinischen Sinne, aber sozial. Sie reden und reden, ohne Pausen, ohne Blick auf die Reaktionen der anderen. Oft steckt Unsicherheit dahinter: Wer redet, der muss nicht zuhören – und fühlt sich vielleicht für einen Moment im Mittelpunkt.

Doch was als Selbstsicherheit getarnt ist, wirkt oft genau andersherum. Statt souverän zu erscheinen, verliert man Sympathie. Denn gutes Kommunikationsverhalten lebt von Balance – von Zuhören, Nachdenken, dann Antworten. Wer permanent spricht, wirkt dominant, unkonzentriert oder einfach nur anstrengend.

Wie bricht man den Sprechdurchfall? Eine sanfte Unterbrechung hilft: „Kann ich da kurz etwas einwerfen?“ Oder ein freundliches, aber bestimmtes „Lass mich da mal kurz ergänzen“. In Meetings kann auch die Moderation eingreifen: „Danke, das war ein wichtiger Punkt. Lass uns jetzt mal hören, was andere dazu meinen.“

Am besten wirkt, wer selbst Vorbild ist: kurze, prägnante Beiträge, Raum für andere lassen. Denn oft ist weniger nicht nur mehr – sondern auch viel sympathischer.

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