Grappa: Italiens edler Tresterbrand

Wer nach einem guten italienischen Essen den Abend ausklingen lassen möchte, greift gerne zu einem Glas Grappa. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem traditionsreichen Digestif? Die Antwort ist simpel: Grappa ist das italienische Wort für Tresterbrand, eine Spirituose mit geschützter Herkunft.

Die Grundlage für die Herstellung bildet der sogenannte Trester. Dabei handelt es sich um die Pressrückstände der Weinbereitung – also Traubenhäute, Stängel und Samen, die nach dem Keltern übrig bleiben. Anstatt diese feinen Rohstoffe ungenutzt zu lassen, werden sie schonend destilliert. So fängt der Brand die charakteristischen Aromen der jeweiligen Rebsorte ein, egal ob Nebbiolo, Moscato oder Chardonnay.

Ein wichtiger Faktor ist die Herkunft: Ein Tresterbrand darf sich gesetzlich nur dann Grappa nennen, wenn er in Italien oder der italienischsprachigen Schweiz hergestellt und abgefüllt wurde. Je nach Lagerung unterscheidet man zwischen jungem Grappa aus dem Edelstahlbehälter und gereiften Sorten. Ein im Holzfass ausgebauter Grappa trägt oft die Bezeichnung Invecchiata oder Riserva und besticht durch eine bernsteinfarbene Nuance sowie feine Noten von Vanille und Holz.

Um die feinen Facetten stilgerecht zu genießen, wird die Spirituose meist bei leicht gekühlter Temperatur in einem tulpenförmigen Glas serviert. Ein zeitloser Klassiker echter italienischer Genusskultur.

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