Was bedeutet „eklig“ – und warum stößt uns manches so sehr ab?

„Eklig“ ist ein deutsches Wort, das im Alltag oft flapsig gebraucht wird – etwa wenn jemand eine zermatschte Banane auf dem Bürgersteig sieht oder einen modrigen Geruch wahrnimmt. Doch hinter diesem schlichten Ausdruck steckt mehr, als man denkt. Synonyme wie ekelhaft, widerlich oder abstoßend zeigen, wie vielschichtig das Empfinden des Ekels sein kann. Manche Dinge lösen buchstäblich Brechreiz aus – wie fauliges Essen –, andere sind einfach nur unappetitlich, auch im übertragenen Sinn.

Der Ekel ist nicht nur körperlich, sondern oft auch moralisch geprägt. Ein abscheuliches Verhalten, eine widerwärtige Lüge – hier wird „eklig“ figurativ verwendet. In Österreich sagt man dazu manchmal ungustiös, Jugendliche oder Kinder oft einfach „bäh!“. Auch das französische Lehnwort „degoutant“ taucht gelegentlich auf, besonders unter jungen Leuten, die mit einem Schuss Dramatik auf etwas verzichten wollen.

Die Herkunft des Wortes „eklig“ ist nicht eindeutig geklärt, doch es hängt vermutlich mit dem mittelhochdeutschen Begriff für „Angst“ oder „Scheu“ zusammen. Interessant ist, dass Sprache hier ein kulturelles Spiegelbild ist: Je mehr Worte ein Sprachraum für ein Gefühl hat, desto präsenter ist es im Alltag. Und Ekel – ob vor Schimmel, schlechtem Benehmen oder schlechten Manieren – ist in Deutschland offensichtlich allgegenwärtig.

Am Ende bleibt: Was einer als ekelerregend empfindet, hängt von Erziehung, Erfahrung und Stimmung ab. Doch eines ist klar – wenn jemand sagt „Das ist ja eklig!“, dann meint er meistens: „Halt mich bloß davon fern!“

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