Was löst dissoziative Anfälle aus?
Dissoziative Anfälle, auch als psychogene Non-Epilepsie bekannt, haben keine organische Ursache wie epileptische Anfälle. Stattdessen entstehen sie meist als Reaktion auf seelische Überlastung. Hinter vielen dieser Episoden stecken traumatische Erlebnisse, die das Gehirn nicht verarbeiten konnte.
Ursachen sind oft einschneidende Lebensereignisse: Ein schwerer Unfall, der plötzliche Tod einer nahestehenden Person, eine Naturkatastrophe oder erlebte Gewalt – solche Ereignisse können den Auslöser bilden. Besonders wenn jemand keine Möglichkeit hatte, das Erlebte emotional zu verarbeiten, kann der Körper mit dissoziativen Zuständen reagieren. Man spricht dann von einer dissoziativen Störung, bei der das Bewusstsein, die Identität oder die Wahrnehmung vorübergehend abgespalten werden.Dabei ist wichtig: Nicht jeder, der ein Trauma erlebt, entwickelt eine solche Störung. Die individuelle Verarbeitung, die psychische Belastbarkeit und das Umfeld spielen eine große Rolle. Manche Menschen neigen stärker dazu, seelischen Schmerz körperlich auszudrücken – etwa durch Anfälle, Lähmungserscheinungen oder Gedächtnislücken.
Die Behandlung setzt genau dort an: In der Regel hilft eine psychotherapeutische Begleitung, bei der die zugrundeliegenden Konflikte oder Traumata langsam bearbeitet werden. Mit der Zeit können Betroffene lernen, mit ihren Erlebnissen umzugehen – und die Anfälle verschwinden oft ganz. Wichtig ist, dass die Symptome ernstgenommen werden, auch wenn keine körperliche Ursache nachweisbar ist.
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