Was passiert bei ME/CFS im Körper?
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere, komplexe Neuroimmunerkrankung, die den gesamten Organismus beeinträchtigt. Entgegen dem weit verbreiteten Missverständnis, es handle sich bloß um gewöhnliche Müdigkeit, liegt der Erkrankung eine tiefgreifende körperliche Fehlregulation zugrunde.
Im Zentrum von ME/CFS steht eine chronische Störung des zentralen und autonomen Nervensystems. Da das autonome Nervensystem unbewusste Körperfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz und Verdauung steuert, führt diese Dysfunktion bei Betroffenen häufig zu Kreislaufproblemen, Schwindel und extremer Reizempfindlichkeit.
Gleichzeitig verharren das Immunsystem und der Stoffwechsel in einem dauerhaften Ungleichgewicht. Die zelluläre Energieversorgung in den Mitochondrien ist gestört – den Zellen fehlt buchstäblich der Treibstoff für normale Abläufe. Das führt zu einer massiv eingeschränkten körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.
Das typischste Merkmal der Erkrankung ist die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM). Schon nach geringer Anstrengung kommt es zu einer oft zeitversetzten, schweren Zustandsverschlechterung. Das Entscheidende dabei: Auch lange Ruhephasen oder Schlaf bringen keine Erholung, was den Alltag der Erkrankten extrem belastet.
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