Was passiert, wenn man Cannabis isst?

Wenn man Cannabis in Form von Speisen oder Getränken zu sich nimmt – oft als „gehasht“ bekannt –, nimmt der Körper den Wirkstoff THC anders auf als beim Rauchen. Das THC wird im Magen und im oberen Darmbereich aufgenommen, gelangt über die Blutbahn zur Leber und von dort ins Gehirn. Dieser Umweg führt dazu, dass die Wirkung erst nach 30 bis 90 Minuten einsetzt – deutlich später als beim Rauchen, bei dem die Effekte schon nach etwa 10 Minuten spürbar sind.

Die Wirkung von gegessenem Cannabis hält dafür länger an – oft bis zu sechs Stunden oder mehr. Viele empfinden sie als intensiver und körperlicher. Weil der Effekt so lange auf sich warten lässt, nehmen manche versehentlich zu viel zu sich, in der Annahme, die Dosis hätte nicht gereicht. Das kann unangenehme Folgen haben: starke Benommenheit, Angstgefühle oder Übelkeit.

Im Gegensatz zum gerauchten Cannabis, das schnell wirkt und dessen Wirkung nach zwei bis drei Stunden nachlässt, ist bei Esswaren besonders Vorsicht gefragt. Die Schweizer Fachstelle Sucht Schweiz weist darauf hin, dass die Dosierung bei Cannabis-Genussmitteln im Essen besonders schwer einzuschätzen ist – besonders für Ungeübte.

Ob geraucht oder gegessen: Jede Form von Cannabis beeinflusst die Wahrnehmung, das Reaktionsvermögen und kann je nach Menge und Person unterschiedlich stark wirken. Wer damit experimentiert, sollte langsamer anfangen, die Wirkung abwarten und sich bewusst sein, dass mehr nicht gleichbedeutend mit besser ist.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen